Dienstag, 2. Juli 2013

Tag 1

Frühstück war ansich noch nicht sooo das Problem. Anstatt laktosefreier Milch gabs Reismilch zu den Haferflocken und Bio-Fairtrade-Kakao...der is zwar nicht ganz "regelkonform" wegen dem Rohrohrzucker aber noch mehr vertretbar als viele andere Sachen und ich mag nicht das meine Mama hier alle möglichen teuren Sachen für mich kaufen  muss.
Mittagessen durfte ich selbstkochen und meine Mama hat sogar mitgegessen. Süßkartoffeln mit Zucchini und Paprika angebraten in der Pfanne gewürzt mit Knoblauch, Ingwer und Berbere - einem afrikanischen Gewürz von Sonnentor. Es ist leicht süßlich und passt daher gut zu den Süßkartoffeln. Dazu gabs einen Kleks Kürbispesto. 
Erstaunlich ist, dass sobald man etwas nicht essen darf rapiden Heißhunger drauf kriegt. Noch gestern waren die MilkyWayChrispyRolls nicht sooo spannend für mich aber heute wollte ich nichts lieber essen als diese Schokoröllchen. Verkehrte Welt. Aber brav standhaft geblieben. Wenn ich sage, dass ich jetzt vegan esse schauen mich alle an als ob ich beschlossen hätte mich ab sofort nicht mehr unter den Achseln zu rasieren. Ich finds nicht so schlimm wenn ich daheim bin aber wenn man unterwegs ist ist es echt hart. Und gleich am ersten Tag kam die volle Härteprobe. Wir sind abends zu unserem Lieblingsfischhütterl am See gefahren. Flusskrebse und Räucherforelle zum Reinlegen. Aber leider halt wirklich gar keine Alternative für mich. Meine Mama hat gemeint ich soll einfach noch mal genießen und halt erst morgen anfangen. Doch irgendwie wollte ich das nicht...sonst schieb ichs noch einen Tag und noch einen und noch einen auf. Der 1. war ein gutes Datum für mich also gabs halt die veganen Alternativen die auf der Karte standen für mich: Gemischter Salat und eine Portion Kartoffeln. Beides in Beilagengröße und auch wenn ichs meinen Tischnachbarn nicht merken lassen wollte, ich war danach noch echt hungrig und das die anderen dann noch ein geiles Schokomousse als Dessert hatten, machte meine Situation nicht leichter. Egal, mein Bauch war zwar nicht glücklich aber ich war dennoch ein bisschen Stolz das ich durchgehalten habe und nicht gleich am ersten Tag eingeknickt bin.
In diesem Sinne, schnell ins Bett bevor die nächtliche Fressattacke zuschlägt.

Donnerstag, 27. Juni 2013

Du bist....

...was du isst

Heute den ganzen Tag auf dem Biomarkt gearbeitet und sogar erstaunlich wenig "gesündigt" dafür das unsere Nachbarin so tolle Sachen backt und es immer köstlich nach Marillenkuchen und Nusskronen gerochen hat. Wirklich fies aber dann gabs ein Dinkelkornspitz zu selbstgemachten faschierten Laibchen und als "Nachspeise" einen kleinen Mohnstriezel.
Am Abend dann Belohnungsspaghetti mit Bolognesesauce...mein Vorhaben mit dem gesunden Essen fruchten irgendwie nicht ganz so wie erwartet. Wollte dafür heute nochmal auf das Rudergerät hüpfen aber bei uns im Haus feiert mein kleiner Bruder grad mit seinen Freunden und da wär das eher doof. Dafür statt Chips brav einen Apfel als Dessert gehollt und vielleicht raff ich mich jetzt noch auf und mach mein Challangeprogramm. Ich muss das wirklich immer morgens machen sonst ist die Motivation nit wirklich da. Wenn mans gleich morgens macht hat man das Gefühl scho was gutes getan zu haben und macht vielleicht am Abend noch ne Runde und fühlt sich nit schlecht weil man mal nen Tag geschwänzt hat.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Nur noch ein letztes...

Die letzte Zigarette ist immer die beste und genauso verhält es sich mit Pizza, Kuchen und Chips. Die schmecken um Welten besser als die ordinäre ich-hab-grad-nix-andres-daheim-Pizza. Wenn man sich vornimmt gesund zu essen tut man das meist nicht sofort sondern "ab morgen". Meist geht dann auch das Frühstück noch ganz gesittet und gesund von statten aber gegen Mittag ist man dann unterwegs und bekommt Hunger und noch mehr Hunger und ZACK da hat man dann doch gesündigt. Also kann man auch getrost zum Abendessen eine weitere kleine Sünde nachlegen, denn nun is eh schon zu spät und dann fängt man halt doch erst "Morgen" mit der gesunden Ernährung an.

Heute gabs zwar ein gutes Essen vom Bio-Buffet aber da lag leider auch so viel guter Kuchen da und es wäre eine Sünde Kuchen zu verschmähen oder? Wäre es nicht gewesen, denn obwohl er wirklich toll war, hat sich die Milch/Sahnefüllung leider sehr gerächt also merke, schreib es dir hinter die Ohren, tättowier es dir am besten auf die Stirn: Egal wie toll ein Essen ist, wenn es Milch enthält und du Laktoseintolerant bist, ist essen immer eine sehr blöde Idee und Mitleid für Bauchweh, dass sich über den ganzen Tag hinzieht. 
Egal...es war also wieder eines dieser tollen letzten Essen, die man im Nachhinein doch ein wenig bereut. Ich neige glaube ich dazu bei der Vorstellung...ich mach jetzt eine Ernährungsumstellung und darf so und so lang dies und das nicht essen genau vorher noch einen Fresswahn zu bekommen und mir einzubilden ich muss jetzt alles worauf ich bald verzichten muss unbedingt nochmal essen. Da wäre die Liste übrigens dieses Mal sehr lang. 
Die Idee sich einen Monat vegan zu ernähren und nebenher Sport zu machen ist schon relativ fix. Das mit Essen fang ich ab 1. Juli an also hab ich noch ein paar Tage Vorlaufphase und Zeit mir zu überlegen was ich wie essen kann und darf und was ich einkaufen muss. Für Sport kann ich diese Ausrede nicht geltend machen also bin ich seit gestern brav am "30 Tage Challange" machen.
Wenn man standhaft Sport verweigert hat und dieser Wiederstand das einzig harte an einem sehr schwabbeligen Körper ist...dann merkt man schon an Tag 2, dass man vielleicht doch früher hätte anfangen sollen. Immerhin erahne ich tief unter meinem Speck schon ein paar zarte Muskeln. Nachdem das Essen heute wie gesagt nit das Gelbe vom Ei war hab ich mich noch brav auf unser Rudergerät gesetzt und die Tagesübungen heute sowohl morgens als auch abends gemacht.


Dienstag, 25. Juni 2013

Am Anfang war der Speck....

Ich war nie eines dieser schönen dünnen Mädchen, die essen können was sie wollen. Ich saß in der Schule neben ihnen, lutschte lustlos auf einem Vollkornbrötchen mit Käse rum und sah zu wie sie in eine dicke fette Leberkässemmel bissen und dazu Cola tranken. Ich glaub das hat nichts mit gutem Stoffwechsel zu tun sondern mit Wanderkalorien, denn so sehr ich mich auch bemühte irgendwie bekam ich ihre Kalorien ab.

Man muss jetzt fairerweise erwähnen das ich auch keines der ganz dicken Mädchen war und bin. Aber eben genau irgendwo dazwischen und chronisch unzufrieden mit mir selbst. Wenn du dich selbst zu dick findest aber nicht zu den "fetten" Mädchen zählst darfst du ja auch ansich gar nicht jammern. Da bekommst du gesagt das du eh nicht dick bist und dich nicht so anstellen und nach Komplimenten haschen sollst. Dennoch hat man das Recht sich nicht wohl zu fühlen. Ich bin gerade an einem Punkt an dem ich mich sehr sehr unwohl fühle.
In Finnland habe ich viel Frustgenascht und leider sieht man das nun sehr stark auf meinen Hüften und auch sonst fühl ich mich einfach grad wie ein kleiner dicker Moppel. Ich war am Wochenende auf einem Fest mit Freunden und bei den Fotos von mir ist mir wirklich anders geworden. Ich weiß das es als Fotograf komisch ist sich vor Kameras zu verstecken aber ich fand die Fotos, die am Wochenende von mir gemacht wurden dermaßen unvorteilhaft das ich meine Freundin bat sie aus dem Internet zu nehmen.
Da war für mich endgültig der Punkt erreicht das ich was ändern mag. Seit ich wieder in Österreich bin sind schon 2-3 Kilo vom Finnlandfett durch "normales" Essen gefallen aber es sind immer noch viel zu viele da. Deswegen hab ich mich die letzten Tage sehr mit Ernährungskonzepten und Sportideen beschäftigt. Es geht nicht um eine Hungerkur oder Diät mit YoYo-Effekt sondern um eine bewusste und konsequente Ernährungsumstellung und genug sportliche Betätigung. Ich bin der Unsportel in Person und wurde in der Schule regelmäßig dafür gehänselt aber das soll keine Ausrede fürs Leben werden. Ich mag mich einfach langsam rantasten, sodass ich sportlicher werde aber nicht gleich den Mut verliere weil ich das Gefühl habe zu scheitern.

Dieser Blog ist auch ein Teil meiner Specktherapie, ich weiß nicht ob er für irgendwen sonst interessant ist aber für mich ist drüber reden oder auch schreiben irgendwie motivierend und bringt mich dazu Dinge zu reflektieren.